Ich habe den englischen König bedient

„Und merk dir aber auch, dass du alles sehen und alles hören musst!“

Ich habe den englischen König bedient

Geht das? Vom Kellner zum Hotelier aufsteigen und dann alles wieder verlieren? Ja! Und zwar ganz einfach. Der Film nach Bohumil Hrabals gleichnamigen Buch Ich habe den englischen König bedient ist der Beweis. Übrigens waren solche Dinge in der Zeit der großen politischen Umbrüche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so ziemlich ständig an der Tagesordnung.

Sie reichen einem durchschnittlichen Menschen gerade mal bis zur Brust, niemand mag Sie und außerdem heißen Sie Dítě, in Tschechisch: Kind. Das verheißt nichts Gutes für ihre Träume, Millionär zu werden und von einer schönen Frau geliebt zu werden. Sie können allerdings erhaben darüber hinwegsehen und unbeschwert Ihren Traum verfolgen. Es genügt, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein und schon passieren Sachen!

Beginnen Sie z.B. im Schloss Slapy, dessen schönes Gebäude im Film als Hotel Tichota dient. Still und mit würdiger Pracht erscheint es im Film, auch wenn es später ziemlich laut von den Nazis in Beschlag genommen wird. Dieses Schicksal hat das Schloss im Zweiten Weltkrieg wirklich ereilt. Nach einer Weile müssen Sie das Schloss wegen Ihrer Durchtriebenheit verlassen, aber das macht nichts, Sie haben ja bisher ziemlich gut verdient. Außerdem öffnen Ihnen reiche Herrschaften Türen zu anderen reichen Herrschaften. Wollen Sie wissen, woran man sie erkennt? Meist haben sie Tapeten oder zumindest Teppiche aus Geldscheinen, weil sie nicht mehr wissen, wofür sie sie ausgeben sollen.

Den kleinen Kellner tragen seine kurzen Beine bis ins Restaurant des namhaftesten Hotels Paris in Prag. In Wirklichkeit handelt es sich um das luxuriöse Französische Restaurant im Gemeindehaus. Die herrliche Ausstattung aus dem Film können Sie hier auch in Wirklichkeit bewundern. Nicht umsonst wird behauptet, dass es das schönste Jugendstil-Restaurant auf der Welt ist. Den abessinischen Kaiser hat man hier nicht wirklich empfangen, aber zum Essen waren solche Stars wie Hollywoodschauspieler John Travolta oder Tennisspieler Roger Federer hier. Die Szene der großartigen Ankunft des Kaisers mitsamt Kamel wurde in Wirklichkeit vor einem weiteren Prager Hotel, dem Le Palais gedreht.

Man sollte sich ab und zu mal ein bisschen Luxus gönnen. Das ist jedenfalls eine bessere Variante, als auf einen weiteren gesellschaftlichen Umbruch zu warten, dann wird einem nämlich einfach alles weggenommen. Wenn Sie noch dazu Ihren Reichtum ebenso stolz zugeben wie Herr Dítě im Film, kann auf Sie als Bonus auch ein Aufenthalt im Gefängnis warten. Bis dahin wäre es eine Sünde, nicht die Freiheit zu nutzen, um all die schönen Räumlichkeiten, in denen der Film gedreht wurde, zu besuchen.

 
Regie Jiří Menzel
Schauspieler Ivan Barnev, Oldřich Kaiser, Julia Jentsch, Zuzana Fialová, Milan Lasica, Marián Labuda
Herkunftsland des Films Tschechisch
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