Protektor

„Der Tscheche ist wie ein Radfahrer - oben gebückt, unten aber tritt er in die Pedale.“

Protektor

Prag zur Zeit des Protektorats. Der Zweite Weltkrieg wirft seine düsteren Schatten voraus. Die Menschen versuchen, ihrem entgleisten Leben eine neue Richtung zu geben. Private Dramen vermischen sich mit dem unerbittlichen Rad der Geschichte. Ein kleiner Fehltritt kann fatale Folgen haben.

Die Gefahren des Krieges lauern hinter jeder Ecke und das aus seinen Wurzeln gerissene Leben wird auf den Kopf gestellt. Soldaten in deutschen Uniformen, Partisanen, Kollaborateure und gestohlene Fahrräder. Einer passt sich an, der andere kämpft, wieder ein anderer erstarrt in gespannter Erwartung. Das besetzte Prag bebt vor Spannung, was der nächste Tag bringen wird. Die Anmut und Eleganz der 30er Jahre ist noch allgegenwärtig, auch wenn der Optimismus langsam schwindet. Die Menschen versuchen, ihr Leben im gewohnten Rhythmus beizubehalten. Als sie die schleichenden Veränderungen wahrnehmen, ist schon alles anders. Es ist wie eine unerwartete Ohrfeige.

Das Filmteam versuchte, im Film Protektor so treu wie möglich die Atmosphäre und das Aussehen Prags zur Zeit des Protektorats nachzuempfinden. Das erforderte eine sorgfältige Vorbereitung und die Suche nach geeigneten Lokalitäten. Auf das Hauptproblem stießen sie beim Gebäude des ehemaligen Funkhauses, das ausgerechnet im Verlauf der Dreharbeiten umfangreich saniert wurde. Dagegen wartete an der ehemaligen Sammelstelle für die Deportation der Juden neben dem heutigen Messepalais eine angenehme Überraschung auf die Filmemacher. Einige ursprüngliche historische Gebäude unweit vom Messepalais waren dem Zahn der Zeit entronnen.

Hana und Emil sind wie jedes andere Ehepaar. Ihre Ehe hat Höhen und Tiefen, aber die finstere Zeit des antretenden Nationalsozialismus durchmischt in ihrer Beziehung ordentlich die Karten. Emil schließt in gutem Glauben einen Vertrag mit dem Teufel, der ihre Leben in einer Spirale in die Hölle schickt. Nichts wird mehr sein wie vorher. Das Einzige, was Emil übrig bleibt, ist auf ein Rad zu steigen und wie um sein Leben in die Pedalen zu treten. Um ihrer beiden Leben.

Protektor ist eine eindrucksvolle Geschichte, die von dem riskanten Spiel um eine Karriere erzählt, von menschlicher Würde und schlussendlich auch vom Leben in düsteren und blutigen Zeiten der Heydrichiade. Wie stark der Film ist, zeigen nicht nur der sechsfache Gewinn des tschechischen Filmpreises in den Hauptkategorien, sondern auch die Anerkennung durch tschechische Filmkritiker sowie durch Jurys auf europäischen und internationalen Festivals.

 
Regie Marek Najbrt
Schauspieler Jana Plodková, Marek Daniel, Klára Melíšková, Sandra Nováková, Jan Budař, Martin Myšička, Josef Polášek
Herkunftsland des Films Tschechisch
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