Wir müssen zusammenhalten

„Wir müssen zusammenhalten. Gestern war ich bedroht, morgen könnt ihr es sein.“

Wir müssen zusammenhalten

Auch über tragische Momente in der Geschichte, wie z.B. die Okkupation oder den Weltkrieg, kann man mit Humor erzählen, wenn dieser auch mitunter bitter und frostig ausfällt. Das Autorenduo Hřebejk – Jarchovský hat gezeigt, dass es geht: anhand wirklicher Ereignisse, mit Abstand und Verständnis.

Der Streifen „Wir müssen zusammenhalten“ (Musíme si pomáhat) baut auf normalen menschlichen Eigenschaften auf, die sich vor dem Hintergrund des Krieges bei jedem auf andere Weise herauskristallisueren. Gewöhnliche Anständigkeit oder ein gutes Herz können sich in Tapferkeit verwandeln. Sehen Sie sich nur Herrn Čížek (dargestellt von Bolek Polívka) an. Er hatte nicht geplant, ein pompöser Held zu werden, in ihm siegte einfach nur, fast beiläufig, die Menschlichkeit über die Angst. Oder der Kollaborant Horst Prohazka. Seine Gestalt ist nicht die Verkörperung des Bösen. Sie stellt eher den Typ des nicht gerade sehr klugen und dabei aber anpassungsfähigen Opportunisten vor. Die Uneindeutigkeit der menschlichen Natur ist ein aktuelles, gegenwärtiges wie auch zeitloses Thema.

Regisseur Jan Hřebejk merkte an, dass es vor allem dank den schauspielerischen Leistungen möglich ist, eine Geschichte mit schwerwiegenden Themen in unterhaltsamer Form zu drehen. Darum ist es kein Wunder, dass er das bewährte Ensemble wählte, mit dem er ein Jahr früher den phänomenalen Film Pelíšky gedreht hatte. Das ganze Filmteam zog dann in die Festungsstadt Josefov, wo die überwältigende Mehrheit der sich draußen abspieleneden Szenen entstand. Auch die Rollen der Komparsisten wurden von wirklichen Einwohnern Josefovs besetzt. 

Die untraditionelle Herangehensweise an die tschechische Geschichte erwies sich als gute Wahl. Im Jahr 2000 erhielt „Wir müssen zusammenhalten“ fünf Hauptpreise beim Wettbewerb Český lev (Tschechischer Löwe) und wurde als „bester fremdsprachiger Film“ für den Oscar nominiert. Nach der Filmvorlage entstand auch eine gleichnamige Theatervorstellung. 

„Wir müssen zusammenhalten“ wurde zur Inspiration für den kurzen Trickfilm „Aktualität“ (Aktualita), der die Ästhetik der im Protektorat gezeigten Wochenschauen nachahmt. Seine künstlerische Form verliehen ihm die Zeichnungen von Pavel Reisenaur, der gleichzeitig auch die literarische Version des Filmdrehbuchs von „Wir müssen zusammenhalten“ illustrierte. „Aktualität“ wurde beim ausgewählte Filmvorführungen als Vorfilm gezeigt.

 
Regie Jan Hřebejk
Schauspieler Bolek Polívka, Csongor Kassai, Jaroslav Dušek, Anna Šišková, Jiří Pecha, Martin Huba, Simona Stašová, Vladimír Marek, Jiří Kodet
Herkunftsland des Films Tschechisch
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